Aga Orangeköpfchen 2017-04-18T23:49:11+00:00

Aga Orangeköpfchen

Eine Unterart Agapornis Pullaria Ugandae

Allgemeines
Dieser hübsche Vogel aus der Gattung der Agaporniden kommt im westlichen zentralen Afrika vor. Die Unterart, wie der Name schon sagt in Uganda, sie unterscheidet sich nur durch die blassere blaue Farbe auf dem Bürzel. Die Vögel leben in Gruppen von 20 bis 30 Individuen. Ihre Ernährung besteht in der Hauptsache aus den verschiedenen Grassamen. In diesen Gegenden findet man auch ihre Brutplätze. Sie nisten nicht wie andere Agapornidenarten in hohlen ästen, sie findet man in den verlassenen Teilen von Termitenhügeln. Termitenbauten sind manchmal bis zu sechs Meter hoch und sind aus Blättern, Holz, Sand und anderen Materialien von den Termiten gefertigt. Die Henne gräbt einen Gang in den Hügel der in einer Art Nistkammer mündet. Die Termiten, die ansonsten sehr aggressiv gegenüber jedem Eindringling vorgehen, lassen seltsamer Weise die Agaporniden in Ruhe. Als Grund für den friedvollen Umgang wird angenommen, dass die Pullaria nur den unbewohnten Teil eines Hügels benutzen. Als den größten Vorteil eines Termitenhügels ist die konstante Temperatur im Inneren anzusehen. Sie erlaubt der Henne, auch über eine längere Zeit die Abwesenheit von ihrem Gelege. Das Gelege, meist aus drei bis vier Eiern bestehend, wird wie bei anderen Agaporniden, jeden zweiten Tag vervollständigt. Die Brutdauer beträgt etwa 23 Tage. Die Jungvögel sind zunächst komplett nackt, bekommen jedoch nach einigen Tagen erste Nestdunen. über die Anzahl der Bruten in Freiheit ist wenig bekannt, jedoch wird angenommen, dass nicht mehr als zwei pro Jahr erfolgreich durchgeführt werden. Es hängt ab von Licht, Futter und Temperatur und Nistgelegenheiten.

Beschreibung
Das Orangeköpfchen ist etwa 15 cm groß. Der ausgefärbte Hahn besitzt eine Maske, den Kopf und die Wangen aus orangeroter Farbe. Der ansonsten überwiegend grüne Vogel hat eine grünlich gelbe Brust und Flanke, auch der Bauch hat diese Farbe. Der Flügelbug und die Ränder der Flügel ist Anthrazit. Die Flügeldecken schimmern etwas gehämmert. Die Unterflügelfedern sind schwarz, die Schlagfedern dunkelgrau, fast schwarz und die Unterschwanzfedern gelblich grün. Die Schwanzfedern werden von rot gelb und schwarz gezeichneten Farben durchzogen. Das Ende des Schwanzes ist wieder Grün, der Schnabel rot und die Augen dunkelbraun. Um die Augen verläuft ein schmaler Ring aus blauen Federchen, die Füße sind grau und die Zehennägel dunkelgrau.

Bei der Henne sind die Farben alle etwas blasser, die Unterflügelfedern sind grün und die Flügelränder sind grün gelb. Angeblich gibt es bereits blaue und gelbe Mutationen, die jedoch nicht von der öffentlichkeit bestaunt werden konnten. Vielerorts wird das Orangeköpfchen auch mit dem Rosenköpfchen (Agapornis Roseicolli) Orangemaske verwechselt. Die Zucht ist zur Zeit nicht einfach, auch gibt es in der Literatur bislang wenig über das Zuchtverhalten in Menschenhand. In den Niederlanden und Belgien sind vereinzelt Zuchten veröffentlicht worden. Fast 95 % der eingeführten Orangeköpfchen überleben die ersten Monate nicht. Wenn das erste Hindernis einmal überwunden wurde, beginnt die Schwierigkeit, ein Paar zum Brüten zu bringen. Nicht nur, dass in unserer Gegend die Termitenhügel fehlen, auch der Umstand, die gewohnte Umgebung und die passende Ernährung zu finden, sind mit Komplikationen verbunden.

Zucht
Nachdem die im vorigen Absatz beschriebenen Mißstände beseitigt werden konnten, versucht man eine Art Termitenhügel nach zu bauen. Ein sehr großer Nistkasten etwa 30 X 30 x 100cm groß wird mit Korkplatten ausgefüllt. Die Henne kann dann nach Herzenslust einen Gang und eine Nisthöhle in den Kork nagen. Eine Bodenheizung sorgt im Anschluß für eine gleichmäßige Temperatur. Aber auch erste Zuchterfolge sind nicht immer von Erfolg gekrönt. Es wird beschrieben, dass auch vermeintlich gesunde Jungtiere plötzlich, auch noch im Alter von 6 – 9 Monaten sterben. Untersuchungen wegen der Todesursache blieben noch ohne greifbare Ergebnisse. Auch die verschiedenen Arten zu füttern, ließen die Sterblichkeit der Jungtiere nicht absinken. Die überlegungen gehen dahin, dass die Absonderungen der Termiten, die Beschaffenheit der Höhlen, oder kurz gesagt die klimatischen Verhältnisse zu einer verbesserten Jungenaufzucht führen. Geduld, größtmögliche Hygiene, Geduld und nochmals Geduld haben schon manchen Zuchtversuch scheitern lassen.

Fazit
Bereits jetzt ist die Population in der angestammten Heimat gefährdet, deshalb sollten nur die erfahrensten Züchter von Agaporniden weiter versuchen, die Orangemasken in Menschenobhut erfolgreich zu züchten, um den Fortbestand der Rasse zu gewährleisten.

Schlußbemerkung
Am besten wäre es natürlich, den angestammten Lebensraum zu erhalten, um unseren Kindern und Enkelkindern diese herrlichen Tiere nicht vor zu enthalten.