Pap Amazonen 2017-04-19T21:44:21+00:00

Pap Amazonen

 

Vorwort
Sie zählen bei den Papageien und Sittichzüchtern zu den beliebtesten Volierenvögeln. Auch in den Wohnzimmern vieler begeisterter Vogelhalter sind sie des öfteren anzutreffen. Die meisten Arten werden regelmäßig nachgezogen, so dass kaum noch auf Wildfänge zurückzugreifen ist. Einige besonders seltene Arten werden in sogenannten Zuchtprogrammen in aller Welt zusammengeführt, um einen möglichst großen Gen Pol zu behalten. Die Vögel sind in der Hauptfarbe grün, wenngleich es auch Amazonen in anderen Farben gibt. über Bastardzuchten wird in verschiedenen Büchern und Zeitschriften berichtet. Diese entstehen meistens durch Kreuzungen zwischen verschiedenen Amazonenarten. überwiegend dann, wenn es nicht gelingt einen passenden Partner für seine Amazone zu bekommen. Es sollte jedoch strikt auf die Artenreinheit geachtet werden. Bastarde haben für die Arterhaltung keine Bedeutung, denn sie sind wie man weiß, fast alle unfruchtbar.

Ernährung
Amazonen In der heutigen Zeit stellt die Ernährung der Amazonen kein Problem mehr dar. Die Vögel ernähren sich in der Hauptsache von Obst und Früchten, von Sonnenblumenkernen und Hirsesorten. Auch gibt es mittlerweile sehr gute Futtermischungen für Papageien im Fachhandel. Auch Mais , ob gekocht oder halbreif, sogar getrocknet wird er angenommen. Außerdem nehmen sie Hafer und Hanf, Buchweizen und Weizen, Kardisaat und Erdnüsse (Vorsicht Pilzbefall), auch Zirbelnüsse stehen auf ihrem Speiseplan. Sämtliche Sämereien in gequollener oder gekeimter Form sorgen auf dem Speiseplan für mehr Abwechslung. Jahreszeitlich bedingt darf natürlich Grünfutter nicht fehlen. Löwenzahn, Grünkohl und fast sämtliche Obstsorten stehen auf dem Ernährungsplan. Mit Vorliebe gehen die meisten Amazonen an ein Eifuttergemisch, dass mit Zwieback und Müsli, Kindernahrung hartgekochten Eiern und Beeren der Eberesche angereichert wurde. Diese Mischung wird am besten mit einem Honigpräparat der Fa. De Imme vermischt, denn es verhindert durch seine spezielle Zusammensetzung ein zu schnelles säuern. Außerdem sollte noch ein Teil Vogelgrit unter das Eifutter gemischt werden, denn die Amazonen brauchen wie alle Papageienarten die kleinen Steinchen zur Verdauung des Futters im Muskelmagen. Da Amazonen sehr gerne baden, ist eine Berieselungsanlage in der Voliere sehr sinnvoll. Nur einen Teil der Behausung zu überdachen, gefährdet, die Gesundheit, denn über die Voliere fliegende wild lebende Vögel könnten Krankheiten übertragen. ( z.B. durch Kot). Einen Badersatz kann man aber auch mit einer Gartenspritze bekommen.

Verhalten
Amazonen Da Amazonen sehr gerne klettern, sollte den Tieren genügend Gelegenheit dazu gegeben werden. Verschiedene äste und Seile bieten den Tieren gute Bewegungsmöglichkeiten. Einige Vertreter aus der Familie der Amazonen haben ein sehr starkes Nagebedürfnis, deshalb empfiehlt es sich, eine Voliere aus Metall zu bauen. Von vielen Besitzern dieser schönen Vögel wird mittlerweile die Haltung in Volieren von 1m x 1m x 2m bevorzugt. Ein Nistkasten wird an der Außenwand angebracht, so dass ohne Störung der Altvögel eine fast jederzeitige Kontrolle erfolgen kann. Futter und Wasserbehältnisse werden ebenfalls an der Außenseite angebracht. Meist steht eine solche Voliere auf Füßen, ca. einen Meter über dem Boden. In diesen Behausungen schreiten viele der Vögel regelmäßig zur erfolgreichen Brut und Aufzucht ihrer Jungen. Meiner Meinung nach sind die Maße für die Käfige jedoch nicht ausreichend. Meine Vögel sind in Volieren von 1m Breite, 4 m Länge und 2,5m Höhe untergebracht. Hier können sie nicht nur klettern, sondern auch fliegen. Zu den Mindestmaßen der Käfige gibt es auch Empfehlungen des Bundesamt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten. Zu großen Streitereien kann es kommen, wenn versucht wird, mehrere Paare in einer Voliere unterzubringen. Die besten Bruterfolge erzielt man, wenn die Möglichkeit besteht, etliche Tiere in einer großen Voliere zusammenzubringen, damit sich die Paare selbst finden. Diese Tiere sollten dann in separate Abteile gesetzt werden, dann werden in der Regel hervorragende Zuchterfolge verzeichnet. Amazonen sollen nicht unter 8 – 10 Grad Celsius gehalten werden. Allerdings halten sie kurze Zeit auch niedrigere Temperaturen aus, es kommt aber dann sehr leicht zu Unterkühlungen. Eine geringe Beleuchtung in der nächtlichen Voliere verhindert ungewollten Besuch von Katzen, Eulen, Ratten und anderen Nachtaktiven Tieren, die unsere Vögel aufschrecken und gegen den Draht fliegen lassen, wo sie dann großen Schaden nehmen können.

Zucht
Amazonen Den Amazonen sollte man einen Baumstamm mit einer Größe von ca. 70 cm Höhe und einem Durchmesser von 40 Zentimeter zur Verfügung stellen. Aber auch ein Hartholznistkasten mit den gleichen Maßen und einer Wandstärke von mindestens 3cm wird von ihnen angenommen. Der Boden des Nistkastens wird mit Sägemehl, Kleintierstreu und hehäckseltem Holz ca. 5 cm dick gefüllt. Eine Kontrolltür sollte ca. 10 x 20 cm groß sein, um auch mal einen Jungvogel herausnehmen zu können. Das Einflugloch befindet sich im oberen Drittel des Kastens und hat je nach Amazonenart eine unterschiedliche Größe. Unterhalb des Loches sollte eine Anflughilfe angebracht sein. Amazonen schreiten vor allem in den Frühlings und Sommermonaten zur Brut, gelegentlich aber auch im Herbst. bzw. Winter.

Bei der Zucht sollte ein Zuchtpaar unbedingt allein gehalten werden, da sie jetzt sehr angriffslustig sind, auch Artgenossen gegenüber. Das Balzverhalten der Vögel kann lange, bevor es zur ersten Eiablage kommt, beobachtet werden. Der Hahn stolziert mit gefächertem Schwanz und abstehenden Flügeln auf den Sitzstangen umher und stößt dabei sehr laute Schreie aus. Diese lauten Schreie gibt es außerhalb der Brutzeit besonders in den Morgenstunden und können vor allem nicht nur nette Nachbarn stören. Ansonsten sind Amazonen in der Regel nicht sehr laut. Wenn das Weibchen immer öfters in der Bruthöhle verschwindet, das Männchen sich auch schon mal darin aufhält, ist mit einer baldigen Eiablage zu rechnen. Die Gelege umfassen in der Regel bis zu vier weiße Eier. Sie werden im Abstand von zwei bis drei Tagen gelegt. Nach ca. 10 Tagen läßt sich feststellen ob die Eier befruchtet sind. Die Weibchen bebrüten ihre Gelege in etwa 26 Tage allein. Das Männchen sitzt derweil vor der Nisthöhle und verteidigt sie. Nicht nur mit lautem Geschrei, auch mit wilden Angriffen stürzt er sich auf eventuelle Nesträuber. Amazonen Die Angriffslust verstärkt sich deutlich, wenn die Jungen geschlüpft sind. Die jungen Amazonen sind zunächst nackt, erst im Alter von 5 – 6 Tagen bekommen sie einen weißen Flaum. Um den zwölften Tag öffnen sie ihre Augen zum ersten Mal. Je nach Amazonenart werden unterschiedliche Ringgrößen empfohlen. Beringte Jungtiere sollten unbedingt täglich beobachtet werden, denn es kommt vor, das die Elterntiere keine Ringe dulden. Teilweise versuchen sie die Ringe wieder abzustreifen, dabei kommt es vor, das den Jungtieren der Fuß abgebissen wird. Andere füttern ihre Jungen nicht weiter, wegen des Fremdkörpers, dann ist entweder der Mensch als Amme gefragt oder der Ring zu entfernen. Später muß entweder durch einen Mikrochip bzw. einen sogenannten offenen Ring eine Kennzeichnung durchgeführt werden. Die ersten Federkiele sprießen so um den zwanzigsten Tag. Das Zuchtpaar wird nun auch dem Pfleger gegenüber sehr aggressiv und die Nistkastenkontrolle wird sehr schwierig. Einen Monat nach dem Schlupf haben die Jungvögel fast ihr volles Gefieder und mit zwei Monaten sind sie vollends befiedert. Nach ca. 70 Tagen verlassen die Jungen ihre schützende Höhle. Die Jungtiere werden im allgemeinen von den Eltern auch nach dem Ausfliegen gut versorgt. Auf den oberen Sitzstangen werden die jungen Vögel allerdings meistens nicht geduldet, sie müssen auf den etwas tiefer befestigten Sitzstangen Platz nehmen. Nach etwa drei Monaten werden die Tiere von den Eltern getrennt, damit es nicht zu unnötigen Reibereien kommt. In einer neuen Umgebung sind die Jungen zunächst sehr ängstlich, dieses legt sich aber relativ schnell. Eine genaue Beobachtung tut not, denn nicht immer finden sie den Futterplatz. Bereits im ersten Lebensjahr durchlaufen die Vögel eine sogenannte Jungmauser. Allerdings zeigen sie erst im Alter von drei bis fünf Jahren ihr schönstes Altersgefieder. In dieser Zeit beginnen die Tiere auch selbst mit einer Brut.

Fazit
Amazonen kann ich einem unerfahrenen Züchter nicht empfehlen, zunächst sollte er sein Wissen mit weniger anspruchsvollen Tieren erwerben. Außerdem sollte auf eine gute Nachbarschaft Wert gelegt werden und die muß durch manchmal sehr lautes Geschrei der Vögel nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Bevor es zu einer Anschaffung kommt, sollte in der Nachbarschaft auf verschiedene Faktoren geachtet werden, denn die Vögel wieder herzugeben, ist nicht nur für die Tiere Streß, sondern auch eine nicht geringe Einbuße in der Geldbörse.

Text: Rolf Kamperschroer

 

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