Pracht Bergsittich 2017-04-20T21:38:52+00:00

Pracht Bergsittich

 

Allgemeines

BergsittichDie Grundfarbe des Hahnes ist gelb grün, die der Henne mehr oliv grün. Jungtiere sind schwer von einander zu unterscheiden. Meist sind jedoch die jungen Hähne schon etwas heller ins gelblich übergehende Grün gefärbt. Mit etwa 8 Monaten wird das Gefieder der Hähne vermehrt gelblich. Nach 18 Monaten ist die Umfärbung abgeschlossen. Gegen Ende des zweiten Lebensjahres sind sie Geschlechtsreif. Hennen im Alter von einem Jahr können mit einem älteren Hahn jedoch durchaus im ersten Lebensjahr erfolgreich Jungtiere aufziehen.

Die Vögel sind etwa 40 cm groß, wiegen ca. 170 bis 180 Gramm und werden mit sechs Millimeter Ringen ausgestattet. Der Bergsittich ist ein guter Flieger, aber ruhiger als seine Verwandten, aus der Prachtsittichfamilie, den Princess of Wales (Politelis alexandrae), oder Schildsittichen ( Politelis swainsonii). In Freiheit lebt er an Flußläufen, in offenen Waldgebieten, aber auch in bebauten Gegenden. Meist trifft man ihn in kleinen Gruppen oder Paarweise an. Die Nächte verbringen sie zumeist auf angestammten Plätzen. Die Nahrungssuche findet überwiegend am Morgen und Abend statt, in der Mittagszeit wird in dichtem Gestrüpp Siesta gehalten. Der Bergsittich ernährt sich von Früchten und Beeren, Nüssen und Blüten sowie Sämereien von verschiedenen Pflanzen und Gräsern. Ihre Vorliebe gilt den Samen der Eukalyptusbäume und Akazien. Sie brütet gern in hohen Bäumen und kommt fast immer wieder zu ihrem angestammten Nistplatz zurück. Es kommt durchaus vor, dass mehrere Nester in unmittelbarer Nachbarschaft genutzt werden. Zwar gibt es hier und da wohl Farbabweichungen, aber über Mutationen ist zur Zeit noch wenig bekannt

Meine Erfahrungen in der Haltung von Bergsittichen

Unterbringung
Von einem befreundeten Züchter konnte ich ein junges blutsfremdes Paar erwerben. Sie wurden in einer Voliere von 4 Metern Länge, 1m Breite und 2,5m Höhe untergebracht. Unterschiedliche Sitzstangen holte ich mir aus dem Wald, den Boden bedeckte ein Kies Sandgemisch mit einer Körnung von bis zu 8 Millimetern. Die Nisthöhle ist 1,10 Meter hoch und hat im unteren Drittel eine Kontrollklappe. Der Durchmesser der 6 eckigen Höhle beträgt ca. 25 cm und das Einflugloch ist 9cm groß.

Brutgeschäft
BergsittichIm dritten Lebensjahr der Vögel beobachtete ich, wie die Henne bereits im Februar ihren Partner anbettelte und in Paarungshaltung auf der Stange saß. Anscheinend war er aber noch nicht zur Paarung bereit und das Weibchen legte vier Eier, die alle unbefruchtet waren. Nach etwa zehn Tagen nahm ich ihr das Gelege weg und nach weiteren zwei Wochen kamen die Eier Nummer fünf bis neun. Diese Eier waren alle befruchtet. Am 21 Tag quälte sich der erste kleine Bergsittich aus dem Ei, es folgten noch drei weitere. Die Henne fütterte die ersten zehn Tage allein, erst danach half ihr der Hahn. Am 12 Tag wurden die Kleinen mit sechs Millimeter Ringen geschlossen beringt und am 37 Tag flog der erste Jungvogel aus der Nisthöhle. Nach weiteren 4 Wochen konnten die Jungtiere als selbständig bezeichnet werden. Bis in den späten Herbst ließ ich die Jungvögel noch bei den Eltern. Da die Bergsittiche nicht aggressiv sind, eignen sie sich meiner Meinung besonders gut zur Vergesellschaftung mit anderen Vögeln.

Fütterung
Als Grundnahrung erhalten meine Vögel ein speziell zusammengestelltes Körnerfuttergemisch, Obst und Gemüse.
Während der Zeit der Jungenaufzucht gebe ich den Bergsittichen heute folgendes verfeinertes Quellfuttergemisch. Es besteht zu gleichen Teilen aus handelsüblichen Papageienquell- und Taubendiätfuttermischungen. Hinzu gebe ich noch ein Gemisch aus drei Teilen Hafer, einem Teil Weizen und einem Teil Katjang Bohnen.
Diese Komponenten werden am Abend in eine Schüssel mit lauwarmen Wasser (bei Zimmertemperatur) zum Quellen aufgestellt. Am nächsten Tag wird die Mischung wiederum unter warmen Wasser gut ausgewaschen und bis zum nächsten Tag zum Abtropfen abgedunkelt gelagert. Nach nochmaligem Auswaschen wird dem gequollenen Futter ein Honigpräparat der Firma de Imme zugegeben. Der Honig verhindert das vorzeitige Säuern und verleiht dem Futter einen angenehmen Geschmack. Diese Mischung wird noch angereichert mit Quiko Eifutter für Großsittiche und Papageien, sowie Universel und Früchtepattee. Zweimal in der Woche wird dem Futter noch Knoblauchpulver und einmal ein Vitaminpräparat zugegeben. Frisches Wasser ist an jedem Tag der Woche Pflicht. An warmen Sommertagen, wird die Gartenberegnung so aufgestellt, daß die Vögel sich beregnen lassen können. Kopfüber hängen sie am Volierendraht und lassen sich von allen Seiten mit Wasser berieseln.

Beachtenswertes
Bergsittiche neigen wie die Schildsittiche zu Augenentzündungen und Verdickungen in den Fuß und Zehengelenken, deshalb ist auf eine gesunde Ernährung und Unterbringung zu achten. Tägliche Beobachtung und äußerste Hygiene sollten für den Halter selbstverständlich sein.

Fazit
Da die Bergsittiche keine großen Nager, nicht übermäßig laut und meist nicht sehr aggressiv sind, eignen sie sich besonders gut zur Vergesellschaftung mit anderen Sittichen, Exoten und Waldvögeln. Er schreitet relativ leicht zur Zucht und besticht durch seine auffallenden Farben. Wichtig ist, dass er genügend Raum hat zum Fliegen, deshalb ist eine Voliere von mindestens vier mal ein mal zwei Metern angezeigt (LxBxH).

Text: Rolf Kamperschroer

Bergsittich
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