Lauf Springsittich 2017-05-06T11:33:31+00:00

Lauf Springsittich

 

Der Springsittich – Cyanoramphus auriceps auriceps.

Allgemeines
Der Springsittich ist ein Vertreter der noch zehn Arten umfassenden sogenannten Gattung der Laufsittiche. Er ist auf vielen Inseln in Ozeanien und Neuseeland beheimatet. Er hält sich am liebsten in ausgedehnten Wäldern auf. Auf dem Australischen Festland trifft man ihn jedoch nicht an. Er ist ein sehr aktiv und ständig in Bewegung. Im Gegensatz zu anderen Sitticharten bewegt er sich fast laufend am Gitter auf und ab, ohne den Schnabel zu Hilfe zu nehmen. Er scharrt ebenso im Sand und Futter wie die Hühner, hat eine Vorliebe für Grünfutter badet gern. Paare können nur anhand der Körpergröße und Schnabelform bestimmt werden, der Hahn ist in der Regel das Kräftigere der Tiere. Farbliche Unterschiede können nicht festgestellt werden.

Es gibt zur Zeit noch eine andere Art der Springsittiche, den Cyanoramphus auriceps forbesi, ihn trifft man jedoch in unseren Volieren jedoch so gut wie gar nicht an. Er ist größer und hat ein helleres Gefieder mit einer gelblichen Bauchpartie. Außerdem reicht das Stirnband nicht bis zu den Augen. Ihn trifft man auch in der freien Natur nur noch ganz vereinzelt an, aus diesem Grund steht er auch auf der Liste der besonders geschützten Arten des Washingtoner Artenschutzabkommens. Anders ist es mit den nahen Verwandten, den Ziegensittichen, sie werden in vielen Mutationen und Farben gepflegt und gehalten.

Beschreibung
Das Gefieder hat eine wunderschöne glänzende grüne Farbe. Ein rotes Stirnband mit einem gelben Flecken dahinter sind außerdem noch auffallende Merkmale. Der Schnabel ist blaßblau bis dunkelblau, die langen Beine sind braun grau und die Augen sind braun.Die Vögel sind etwa 25 cm groß, wiegen zwischen 45 und 60 Gramm und werden mit 4,5 mm Ringen beringt.

Nahrung in der Natur
Der Springsittich ist kein reiner Vegetarier, er ernährt sich von Früchten und Blüten, Beeren und Samen, Insekten und deren Larven.

Eigene Erfahrungen
In einem Herbst konnte ich auf einer großen Vogelbörse zwei Paare dieser hübschen Vögel erwerben. Da es noch junge Tiere waren, gab ich sie nach einer Quarantäne von zwei Wochen und einer Wurmkur in eine Gemeinschaftsvoliere von vier Metern Länge, einem Meter Breite und zweieinhalb Metern Höhe. In dieser Voliere waren bereits ein junges Paar Rotflügelsittiche und ein Paar Singsittiche. Da alle Tiere etwa gleich alt waren, kam es nicht zu irgendwelchen Streitigkeiten. Meine neuen Vögel hatten sich schnell an ihre neue Umgebung und mich gewöhnt. Bereits nach einer Woche nahmen sie mir angebotene Vogelmiere aus der Hand. Sie sind sehr neugierig und fliegen, sobald die Volierentür geöffnet wird sofort in den Futtergang, um zu erkunden, was denn heute auf dem Speisetablett steht.

Ab und zu hatte ich auch eins von den beiden Weibchen verloren, es hielt sich dann in einem großen Nistkasten auf, der eigentlich für die Rotflügelsittiche bestimmt war. Nun, es war nicht immer das gleiche Weibchen, welches sich zurückgezogen hatte, das wurde mir klar, als in diesem Kasten ein 14 Eier umfassendes Gelege lag. Da die Tiere meiner Meinung nach noch zu jung für eine Zucht waren, der Winter mit über zehn Minusgraden Einzug gehalten hatte, schenkte ich dem Gelege keine große Beachtung. Erst als beide Hennen und zeitweise auch eines der Männchen in der Nisthöhle blieb, trotz Fütterung, sah ich mir die Eier genauer an. Tatsächlich waren sechs der Eier befruchtet und es schlüpften auch Junge heraus. Nun hatten alle vier jetzt nenne ich sie Altvögel eine Menge zu tun. Galt es doch die hungrigen Schnäbel zu stopfen und die kleinen Vögel warm zu halten. So etwas hatte ich vorher noch nicht gesehen, vier Eltern kümmerten sich in vorbildlicher Art und Weise um die kleinen Racker. Nach etwa zwölf Tagen wurden die Jungen beringt mit geschlossenen vier ein halb Millimeter Ringen. Auf eine Nistkastenheizung habe ich trotz der Minusgrade verzichtet, denn so wie die Eltern die Eier ausgebrütet hatten, kümmerten sie sich hervorragend hudernd um die Kleinen. Die kleinen öffneten nach etwa 18 Tagen ihre Augen. Auch konnte man sie schon gut hören. Feine Töne drangen aus dem Kasten, allerdings verzichtete ich auf häufige Kontrollen, um keine Energie zu verlieren. Nach fast sechs Wochen wagte sich der erste Jungvogel aus dem Kasten. Die ersten zwei Tage habe ich ihn abends noch wieder zurückgesetzt, um ihn vor der Kälte zu schützen. Nachdem jedoch auch der zweite den Weg nach draußen gefunden hatte, unterließ ich es, sie zurück zu setzen. Nach und nach verließen alle sechs die schützende Höhle. Sie wurden noch einige Wochen von den Hähnen weiter versorgt, denn die Weibchen hatten bereits den Platz im Nistkasten mit einem neuerlichen Gelege ausgenutzt. Da die Jungtiere schon so früh im Jahr den Weg ins Leben fanden, werden sie bis zum Beginn der Ausstellungssaison sicherlich an Kraft, Größe und Befiederung soviel zugenommen haben, daß sie mit den Eltern in Konkurrenz treten können. Es gilt hier jedoch für mich der Grundsatz nicht mehr als zwei Bruten pro Jahr durchführen zu lassen.

Ernährung
Die Vögel erhalten ein Körnerfutter von ausgesuchter Qualität mit mindestens 16 Verschiedenen Saaten. Vom kleinen Hirsekorn bis zu den extra großen Kenia Sonnenblumenkernen ist eine Vielzahl für die Vögel wichtiger Körner vorhanden. Meine Tiere erhalten ein gutes Eifutter der Fa. Quiko, welches ich mit einem Honigpräparat der Fa. De Imme mische als Zusatzfutter zur Jungenaufzucht. Auch Quellfutter und Obst (am Liebsten nehmen die Vögel süße äpfel der Marken Jona Gold, Elstar oder Braeburn) bekommen sie in geteilten Stückchen. Vitamine, Knoblauchpulver, Apfelessig, Obst und Gemüse wechseln pro Wochentag. Der tägliche Wasserwechsel gehört selbstverständlich zu einer umfangreichen Fütterung.

Fazit
Der Springsittich ist zweifellos einer der charmantesten, intelligentesten und vor allem neugierigsten Vögel, die es in unseren Volieren gibt. Sie sind in fast allen Belangen mit ihren Verwandten, den Ziegensittichen zu vergleichen und so sind speziell für Springsittiche wenig Informationen zu bekommen. Ziegensittiche sind etwas größer und bieten wesentlich mehr Farbvarianten, deshalb sind sie wohl populärer. Beide Arten sind abgehärtete Volierenvögel die durch ihre Beweglichkeit mit einer kleinen Voliere von drei mal ein mal zwei (Länge Breite Höhe) zurechtkommen. Es sind geschickte Flieger und Läufer, nicht laut, lassen manchmal ein lustiges meckern hören und keine großen Nager. Springsittiche kann ich jedem empfehlen, der mit der Vogelzucht beginnen möchte und Freude an der Bewegung und dem Spieltrieb der Vögel hat.

Text: Rolf Kamperschroer
Email: Rolfkamperschroer@web.de

 

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